DGfS Workshop: Rede- und Gedankenwiedergabe in narrativen Strukturen

 Stuttgart, 07.-09. März 2018

Organisation: Maria Averintseva-Klisch, Stefan Engelberg, Irene Rapp

 

Beschreibung

Narrative literarische Texte weisen bestimmte sprachliche Phänomene auf, die zunehmend in den Fokus des linguistischen Interesses geraten sind (vgl. Beiträge in Bleumer et al. 2013). Dazu gehört prominent die Rede- und Gedankenwiedergabe und die damit einhergehenden Referenzphänomene. Das Thema unserer AG ist deshalb direkte, indirekte, berichtete und erlebte Rede (vgl. Fabricius-Hansen 2002). Von besonderem Interesse ist, ob bzw. wie sich die jeweilige Rede- bzw. Gedankenwiedergabeart auf die Perspektivierung und damit auf die Interpretation kontextabhängiger Elemente – Pronomen, Lokal- und Temporaldeiktika, Expressiva – auswirkt: So ist es umstritten, ob Expressiva in indirekter Rede automatisch eine bestimmte Perspektive einnehmen (vgl. Eckardt 2015) oder aber ob Kontext und Textsorte entscheidend für ihre Interpretation sind. Hierbei stellen sich Fragen an der Schnittstelle zur Textkohärenz im Zusammenhang mit unterschiedlichen Perspektivierungen bei der Redewiedergabe, mit der Syntax der Redeeinbettung und mit ihren Einleitungselementen.

 

Für die Arbeitsgruppe sind wir an synchron und diachron ausgerichteten Beiträgen zur Redewiedergabe aus der Linguistik und den Digital Humanities interessiert, welche

 

• die theoretischen Kontroversen zur Rede- und Gedankenwiedergabe in narrativen Texten aufgreifen und weiterführen,

• korpus- oder psycholinguistische Studien zur Rede- und Gedankenwiedergabe präsentieren,

• den Wert literarischer Texte als Datenquelle der Linguistik reflektieren.

 

Literatur: Bleumer, Hartmut, Rita Franceschini, Stephan Habscheid & Niels Werber (Hrsg.). 2013. Turn, Turn, Turn? Oder: Braucht die Germanistik eine germanistische Wende? Eine Rundfrage zum Jubiläum der LiLi. (LiLi 172). • Eckardt, Regine. 2015. The Semantics of Free Indirect Discourse. How Texts Allow Us to Mindread and Eavesdrop. Leiden: Brill. • Fabricius-Hansen, Cathrine. 2002. Nicht-direktes Referat im Deutschen – Typologie und Abgrenzungsprobleme. In Cathrine Fabricius-Hansen, Oddleif Leirbukt & Ole Letnes (Hrsgg.). Modus, Modalverben, Modalpartikeln, 7-28. Trier: Wiss. Verlag

  

Invited Speaker: Cathrine Fabricius-Hansen (Oslo)

  

Call for papers

Workshop on Representation of Speech and Thought in Narrative Structures

The workshop focusses on textual, semantic, lexical and computational aspects of representation of speech and thought in narration. The language of the workshop is German. Talks can also be given in English, but passive knowledge of German is required.

 

Deadline: 15-Aug-2017
Abstracts should be no longer than two pages (including examples and references).
Abstracts should be emailed to: maria.averintseva[at]uni-tuebingen.de

 

Notification of acceptance: 08-Sep-2017