Dynamik kognitiver Prozesse

Prozessabhängigkeit und kognitive Verarbeitung

Über die Eigenschaften der kognitiven Prozesse, die auf sprachlichen Strukturen ablaufen, ist im Bereich der Syntax einiges bekannt; über Prozesse der semantischen Verarbeitung, insbesondere der Bedeutungskomposition, wissen wir weit weniger. Eine zentrale Frage ist, wie die angenommene Inkrementalität der kognitiven Prozesse mit Theorien der kompositionalen Verarbeitung in Einklang gebracht werden kann. Bestehende Deutungen des Fregeschen Kompositionsprinzips orientieren sich am Satz als Ganzem und blenden die zeitliche Dimension der semantischen Verarbeitung meist völlig aus; zu fragen ist daher u.a. nach Größe und Natur der subsententiellen Einheiten, auf die sich verschiedene Aspekte einer inkrementellen Berechnung von Bedeutung beziehen, sowie nach den Prozessen, die die eigentliche Komposition von Bedeutung in der Zeit steuern.

B1 (Sternefeld/Ulrich) Inkrementalität und Globalität in der semantischen Verarbeitung

B2 (Rolke/Beck/Hertrich) Zeitverlauf der zerebralen Verarbeitung von Präsuppositionen: Psycholinguistische und elektrophysiologische (EEG, MEG) Untersuchungen

B4 (Kaup) Simulationsansatz des Sprachverstehens: Komposition von Bedeutung

B5 (Lidzba/Winkler/Krägeloh-Mann) Syntax und Semantik Reorganisierter Sprache und ihre neuronale Architektur

B7 (Ulrich/Maienborn) Sprachverarbeitung und Zeitkognition: Räumliche Fundierung des Zeitbezugs sprachlicher Ausdrücke

B8 (Stolterfoht) Position und Interpretation: Syntaktische, semantische und informationsstrukturelle Beschränkungen für die kognitive Verarbeitung von Adjunkten