Uni-Tübingen

SFB 833: Bedeutungskonstitution

Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen

Wie entsteht die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke? Dies ist die zentrale Forschungsfrage des SFB 833 'Bedeutungskonstitution: Dynamik und Adaptivität sprachlicher Strukturen.'

Ausgehend von der Tatsache, dass sich Bedeutung in Abhängigkeit von Zeit und Situation herausbildet, strebt der SFB 833 ein besseres Verständnis der sprachlichen Bedeutung und ihrer dynamischen Anpassung an verschiedene auf sie einwirkende Faktoren an. Die zentrale Frage, wie Bedeutung entsteht, wird

  • (a) im Kontext (λ Theoretische Linguistik: A-Bereich "Kontext"),
  • (b) während der kognitiven Verarbeitung (Ψ Psychologie: B-Bereich "Kognition") und
  • (c) gemäß der jeweiligen Grammatik von Einzelsprachen (ϸ Historische und Vergleichende Sprachwissenschaft: C-Bereich "Variation") untersucht.

Der SFB 833 ist eine interdisziplinäre Einrichtung von Sprachwissenschaftlern – theoretische Linguisten, Spezialisten in Einzelsprachen und Computerlinguisten – sowie Kognitions- und Literatur­wissen­schaftlern. Traditionell liegt das Interesse der Sprachwissenschaft auf den strukturellen Aspekte des Sprachsystems, während sich die Kognitionswissenschaft auf sprachbezogene Prozesse konzentriert. Die Untersuchung der Bedeutungs­konstitution öffnet den Weg zu einer integrierten Betrachtung von Struktur und Prozess. Dies ist wesentlich für eine realitätsnahe Erforschung und Interpretation von Sprachdaten und Teil unserer generellen Strategie der integrierten empirischen und theoretischen Forschung. Der SFB 833 verwendet unterschiedliche Arten von empirischer Evidenz (Korpusdaten, Frage­bögen, psycho- und neurolinguistische Experimente, sprach­übergreifende und diachronische Studien), um zu einer Theorie der Bedeutungskonstitution beizutragen.